Beichte & Versöhnung

In unseren Gemeinden ist es üblich, vor Weihnachten und Ostern sogenannte Bußandachte zu halten. Da versammelt sich die Gemeinde, um zusammen über ihre Verfehlungen nachzudenken, das Wortgottes zu hören und Gott um Vergebung zu bitten.
Eine solche Andacht ist als Gewissenerforschung und als Beichtvorbereitung sehr sinnvoll. Sie ersetzt aber niemals eine persönliche Beichte. Eine Beichte ist immer auch eine Gottesbegegnung. Auch wenn es im alltäglichen Leben sogar schon vorkommt, dass man einen Ehebruch per WhatsApp beichtet und den betrogenen Ehepartner auf dem Anrufbeantworter um Vergebung bittet – bei Gott sollte man doch persönlich vorsprechen.

Eine ganz besondere Form der Sündenvergebung ist das Sakrament der Buße, bei uns Beichte genannt, weil man dabei seine Schuld nicht nur innerlich bereut, sondern auch mutig beim Namen nennt. Der Priester darf dann in Sinne Jesu die Lossprechung geben.

Wer ehrlich mit sich selber ist, wird im Laufe des Lebens immer wieder sagen müssen:
Hier habe ich versagt oder hier habe ich mich verrannt.
Wer ehrlich ist, weiß auch, dass sich vieles nicht einfach mit ein bisschen guten Willen zurechtbiegen lässt. Und er weiß, dass es Schuld gibt, die man eigentlich nicht wiedergutmachen kann, vielleicht weil der Mitmensch, an dem man schuldig geworden ist, nicht mehr erreichbar ist, vielleicht weil die bösen Folgen eigenen Versagens sich trotz Reue der Kontrolle entziehen. Wir haben das, was wir getan haben und tun, nie ganz in unserer Hand. Es übersteigt unsere Kräfte.

Jesus ist der große Menschenkenner. Er weiß um diese verzwickte Situation des Menschen und verkündet deshalb eine Vergebung, die weit über menschliches Verzeihen hinausgeht:
Es wird alles wieder gut!
So etwas kann nur Gott selbst versprechen. Nur er hat das Wort, das heilt.
Nur Er kann auch die krummsten Dinge, die Menschen gedreht haben, zu einem guten Ende führen. Und Er tut das auch wirklich, wenn Menschen seine Vergebung annehmen und in sich wirken lassen.
Diese erlösende Wahrheit hat Jesus gelebt und dafür ist er gestorben.